Wie sich die Arbeit in der Zahnarztpraxis seit Corona verändert hat

Im Januar 2020 wurde der erste Fall des Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland bestätigt. Die Pandemie nahm ihren Lauf und hat seitdem einschränkende Auswirkungen auf den Alltag aller Menschen. Wie hat sich dadurch das Arbeiten in der Zahnarztpraxis Dr. Ayna verändert? Welche Entwicklungen gab es seitdem?  Und wird es je wieder einen „normalen Praxisbetrieb“ geben können? Dr. med. dent. Ayna, Zahnarzt, Implantologe und Universitätsdozent gibt Einblicke in den Alltag eines Zahnarztes.

Sicherheit für Team und Praxisbesuch

„Bereits zu Beginn der Pandemie haben wir schnell reagiert und an Lösungen gearbeitet, den Praxisbetrieb sicher aufrecht zu erhalten“, so Dr. Ayna. Die Zahnmedizinischen Fachangestellten wurden mit Visier, Maske, Handschuhen und OP-Kittel ausgestattet, um sich selbst und die Patientinnen und Patienten vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Luftfilter waren in der gesamten Praxis im Einsatz, um einen ständigen Luftaustausch und Filtereffekt zu erzielen. Die Öffnungszeiten wurden angepasst und die Termine strenger und mit viel Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen vergeben. Händedesinfektionsmittel stand ebenfalls seitdem für alle zur Nutzung bereit. „Bei der Terminvergabe achteten wir darauf, dass die einzelnen Behandlungen nicht zu dicht beieinanderlagen. So konnte man verhindern, dass in der Praxis zu viele Patienten aufeinandertreffen und das Infektionsrisiko somit aufs Geringste minimieren“, erklärt Dr. Ayna.

Zeit für praktische Lösungen

„Gleichzeitig arbeitete ich gemeinsam mit Ingenieur Philipp Maack, Prof. Dr. Ing. habil. Cemal Esen von der Ruhr Uni Bochum, Fakultät für Maschinenbau am Lehrstuhl für Laseranwendungstechnik sowie Dr. Aydin Gülses von der MKG Uni Kiel mit Hochdruck an einer praktischen und technischen Lösung die Viren direkt bei der Behandlung am Patienten unschädlich zu machen“, erzählt Dr. Ayna. Zwar sei die Idee, per UVC-Bestrahlung Viren und Keime zu zerstören nicht neu, jedoch gab es bis dato kein Gerät, dass die Viren in der Luft unschädlich machen, noch bevor die Aerosole sich im Raum verteilen oder anwesende Personen infiziert werden.

Der Corona-Terminator entstand

„Aus dieser Idee heraus entstand der Corona-Terminator. Eine Saugvorrichtung, die am Mund des Patienten platziert wird, und dort zuverlässig Viren deaktiviert, bevor diese in die Raumluft oder auf Oberflächen gelangen“, erläutert Dr. Ayna und führt aus: „Seitdem wir mit dieser Erfindung publik gegangen sind, haben wir Anfragen aus aller Welt dazu erhalten. Der Prototyp ist bereits seit vergangenem Jahr bei uns im Einsatz und wird seitdem weiterentwickelt“. Nicht nur Kolleginnen und Kollegen interessieren sich für das Gerät – auch die Medien sind auf die Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Ayna aufmerksam geworden. Denn mit dem Corona-Terminator war Dr. Ayna der weltweit der erste Zahnarzt mit einer konkreten Problemlösung für die Aerosolbekämpfung direkt am Patienten.

Weiterbildung im Bereich der Lehre

Neben dem Praxisbetrieb bildete sich Dr. Ayna fort und erhielt Qualifikationen im Bereich der Medizindidaktik an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen zu den Themen Blended Learning sowie Lehren und Prüfen am Patienten. Das digitale Lernen und Lehren nahm im letzten Jahr einen sehr bedeutenden Platz ein. Als Gastdozent an der Ruhr Universität Bochum für Laser Medical Technology hielt Dr. Ayna seine Veranstaltung im vergangenen Jahr zum ersten Mal als Videovorlesung. Diese fand bis dato stets in der Präsenzlehre statt. Sowohl seine Dozententätigkeit als auch die Arbeit am Corona-Terminator hat sich in der Zwischenzeit auf die Zusammenarbeit mit der Universität Bonn ausgeweitet.

Wie macht sich die Pandemie sonst bemerkbar?

„Man merkt außerdem, dass die Patientinnen und Patienten vorsichtiger geworden sind, keine Frage. Doch bei uns in der Praxis hat es sich gut eingependelt. Das Vertrauen ist groß und wir sind sehr dankbar dafür“, sagt Dr. Ayna. Lediglich die Absage von Terminen sei während der Pandemie auch kurzfristiger geworden. Denn schon bei kleinsten Erkältungssymptomen, wie Husten und Schnupfen, werden Patientinnen und Patienten gebeten, den Besuch zu verschieben. Ansonsten gäbe es täglich die gewohnten Eingriffe im Bereich der regulären zahnmedizinischen Versorgung, Implantologie und Ästhetischen Zahnmedizin.

Studie zu Wissensstand bei türkischen Fachzahnärzten

Darüber hinaus hat Dr. Ayna gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und der Türkei zuletzt neue Studienergebnisse in einem Artikel im International Journal of Enviromental Resarch and Public Health veröffentlicht, in denen es um das Bewusstsein und den Wissensstand über SARS-CoV-2-Infektionen in türkischen Zahnarztpraxen geht. Die Erkenntnisse aus dieser Studie zeigen, dass nicht nur der Bedarf besteht, das Wissen in den Praxen über die Risikobewertung der Virusübertragung durch Schulungsprogramme zu verbessern, es wurde auch vermehrt die Häufigkeit positiver Tests unter den befragten Fachzahnärzten festgestellt. Dies ließ den Schluss zu, dass eine sofortige Testung auch von asymptomatischen Zahnärzten im Kampf gegen das Virus von großer Wichtigkeit sei. Die Ergebnisse können kostenlos im MDPI – Publisher of Open Access Journals abgerufen werden.

Fazit von Dr. Ayna

Ob der Praxisbetrieb jemals wieder „normal“ wird? „Für uns ist der sorgsame Umgang zum Alltag geworden. Wir werden noch lange mit dem Virus leben müssen, solange die Impfungen noch nicht so weit vorangeschritten sind. So dynamisch wie die Pandemie ist, müssen auch wir uns stets tagesaktuell an die Situation anpassen. Und wenn es der Gesundheit des Praxispersonals sowie der Patientinnen und Patienten zu Gute kommt, ist allen geholfen“, schließt Dr. Ayna. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Praxisbetrieb in den kommenden Monaten entwickelt.